Die ehrliche Antwort lautet: zwischen ein paar hundert und mehreren zehntausend Euro. Das hilft erst einmal wenig. Deshalb geht es hier nicht um eine Zahl, sondern darum, woraus sich der Preis zusammensetzt – damit du ein Angebot einordnen kannst, statt nur Summen zu vergleichen.
Warum es keine einheitliche Preisliste gibt
Eine Website ist kein Produkt aus dem Regal, sondern eine Dienstleistung mit sehr unterschiedlichem Aufwand. Zwei Websites mit je fünf Seiten können sich im Aufwand um den Faktor fünf unterscheiden – je nachdem, ob Inhalte vorliegen, wie individuell gestaltet wird und was technisch dazukommt.
Wer eine pauschale Festpreisliste veröffentlicht, arbeitet in der Regel mit Vorlagen. Das kann für sehr einfache Anforderungen genügen. Sobald die Website aber tatsächlich etwas leisten soll, ist eine feste Liste eher ein Warnsignal als ein Vorteil.
Die fünf Faktoren, die den Preis wirklich bestimmen
1. Umfang und Struktur
Nicht die reine Seitenzahl entscheidet, sondern wie viele unterschiedliche Seitentypen gestaltet werden müssen. Zwanzig Blogartikel im gleichen Layout sind weniger Aufwand als drei völlig unterschiedlich aufgebaute Leistungsseiten.
2. Individualität der Gestaltung
Ein angepasstes Template ist schneller fertig als ein eigenständiges Design. Der Unterschied zeigt sich weniger am ersten Eindruck als daran, ob die Website nach zwei Jahren noch zum Unternehmen passt – und ob sie sich von den Mitbewerbern unterscheidet.
3. Inhalte
Das ist der am meisten unterschätzte Posten. Liegen Texte, Bilder und Leistungsbeschreibungen vor, geht es zügig. Müssen Inhalte erst erarbeitet werden, verschiebt sich der Aufwand deutlich – und zwar bei dir oder beim Dienstleister.
4. Technische Anforderungen
Ein Kontaktformular ist Standard. Ein Buchungssystem, eine Mehrsprachigkeit, ein Kundenbereich oder eine Anbindung an bestehende Software sind es nicht. Solche Punkte gehören vor das Angebot, nicht danach.
5. Pflegbarkeit
Willst du Inhalte später selbst ändern, braucht es ein CMS. Das kostet einmalig mehr, spart aber laufend – oder du gibst die Pflege bewusst ab.
Frag bei jedem Angebot: Was ist an Design individuell? Wer liefert die Inhalte? Was passiert nach dem Launch? Diese drei Fragen erklären die meisten Preisunterschiede.
Realistische Größenordnungen
Als Orientierung für eine individuell gestaltete Unternehmenswebsite in Deutschland:
- Onepager – eine fokussierte Seite für ein klares Angebot: ab etwa 800 €
- Unternehmenswebsite – mehrere Seiten für Leistungen, Referenzen und Kontakt: ab etwa 1.500 €
- Umfangreiche individuelle Website – größerer Umfang, individuelle Inhalte und Funktionen: ab etwa 2.100 €
Das sind Startpreise, keine Festpreise. Nach oben ist die Spanne offen, sobald besondere Funktionen oder sehr viel Inhalt dazukommen. Eine eigene Orientierung bekommst du über den Preisrechner.
Laufende Kosten nicht vergessen
Zum einmaligen Preis kommen wiederkehrende Posten:
- Domain – meist rund 10–20 € pro Jahr
- Hosting – je nach Anforderung etwa 5–30 € pro Monat
- Pflege – optional, wenn du Änderungen nicht selbst machen willst
Diese Beträge sind überschaubar, sollten aber von Anfang an bekannt sein. Wie eine laufende Betreuung aussehen kann, steht auf der Seite Website-Pflege.
Woran du ein zu billiges Angebot erkennst
Sehr günstige Angebote sind nicht automatisch schlecht – aber sie sparen an einer bestimmten Stelle. Typischerweise an einer davon:
- Es wird ein gekauftes Template minimal angepasst.
- Die mobile Ansicht wird nur „irgendwie" mitgenommen statt eigenständig gestaltet.
- Inhalte werden ungeprüft übernommen, inklusive alter Fehler.
- Nach dem Launch ist niemand mehr erreichbar.
- Die Domain läuft auf den Dienstleister statt auf dich.
Der letzte Punkt ist der wichtigste. Domain und Zugänge gehören dir. Alles andere lässt sich reparieren.
Wie du zu einem belastbaren Preis kommst
Ein seriöses Angebot entsteht nach einem Gespräch, nicht davor. Bereite dafür drei Dinge vor: Was soll die Website erreichen? Wer soll sie lesen? Welche Inhalte hast du bereits? Mit diesen Antworten lässt sich der Aufwand realistisch einschätzen – und der Preis wird nachvollziehbar statt verhandelbar.